Meine erste Erinnerung ist, dass ich den Kaninchen,
die wir im Garten gehalten haben, immer etwas vorgesungen habe.
Da muss ich ungefähr 3 Jahre alt gewesen sein und mein Vater
hat im Spaß gesagt, dass sie deswegen die Ohren anlegen
würden, weil ich so schief sänge! ;-)
Später hat er mir erzählt, dass als er für eine
Weile im Krankenhaus liegen musste und ich ihn jeden Tag besucht
habe, jedes Mal den alten Leuten, die auch in dem Zimmer lagen,
alle meine Kindergartenlieder, die ich kannte, vorgesungen habe,
weil ich wollte, dass es ihnen dadurch besser geht und sie nach
Hause gehen können.
Mit 6 Jahren habe ich darum gebettelt, Klavier
spielen zu dürfen,
doch es wurde mir gesagt, dass man erst Flöte lernen müsste,
bevor man so weit wäre, Klavierunterricht zu bekommen.
Widerwillig lernte ich also ein bisschen Flöte, doch über
„Alle Vögel sind schon da!“ kam ich nie hinaus.
Mit 12 Jahren war dann mein Wunsch Klavier
zu spielen so groß, das ich meinen Vater so lange in den
Ohren lag, bis die 16 jährige Tochter einer Bekannten,
die selbst seit 4 Jahren unterrichtet wurde, sich bereit erklärte,
sich meiner kostenlos anzunehmen.
Da wir Zuhause kein Klavier oder Keyboard hatten, habe ich mir
die Tasten auf ein Blatt Papier gemalt, um so Zuhause üben
zu können.
In dem knappen Jahr lernte ich Noten lesen und einige Kinderlieder
zu spielen. Nichts besonderes, doch ich war überglücklich!
weiter